Olympus Zuiko 1.2/17 mm PRO im ersten Test

Das Olympus Zuiko 1.2/17mm PRO

Erster Eindruck des neuen Weitwinkel Objektives aus der PRO Serie

Überraschend gut auch für Interieurfotografie

Heute am 25.10.2017 wurden also zwei neue Olympus PRO Objektive vorgestellt.
Zum einen eine wunderbare Portraitlinse und auch das Weitwinkel.
Beide Objektive sind für meine Arbeit als Hochzeitsfotograf bestens geeignet.

Ich hatte die Möglichkeit das 17 mm PRO vorab für eine Woche zu testen.

Erster Eindruck zur Verarbeitung

Alle Olympus PRO Objektive bestechen durch ihre exzellente Verarbeitung, dem Schutz vor Wasser und Staub sowie hervorragende optische Abbildungsleistung.
Gespannt war ich zunächst auf die tatsächliche Größe, ist das 1.8/17 mm Zuiko doch eine wahrlich kompakte Linse mit auch schon erstaunlicher Qualität.

Hier seht ihr einen direkten Vergleich zu meinem Lieblingsobjektiv dem Zuiko 1.2/25 mm PRO.

Sie sind von Größe und Gewicht nahezu identisch.
Natürlich büßen die PRO Objektive bei der Kompaktheit des Systems ein, aber gutes Glas wird immer auch eine gewisse Größe benötigen – ähnlich wie ordentliche Lautsprecher auch guten Resonanzraum brauchen. Verdammte Physik 😉

Optische Leistungen

Ich bin niemand, der Flipcharts oder Lineale abfotografiert um die Qualität einer Optik zu beurteilen. Das überlasse ich den Pixelzählern und Foto-Magazinen.
Für mich muss der Gesamteindruck stimmen, eine gewisse Schärfe vorhanden sein und keine offensichtlichen Verzeichnungen.
Seit Anfang an sind die Olympus Objektive hervorragend korrigiert. Auch hier steht das 1.2/17 mm PRO in Nichts nach.
Im Gegenlicht konnte ich kleinere CA erkennen, welche aber sicher in der finalen Version verschwindend klein sein werden, bzw. sehr gut in Lightroom oder Capture One korrigiert werden können.

Einsatzbereiche

Als ich den Anruf von Olympus bekam, dieses Objektiv einem Test zu unterziehen, kam mir bei der Brennweite natürlich sofort die Reportage in den Sinn. 17 mm (oder 34 mm Vollformat äquivalent) sind für mich optimal für die Reportage.
Für meine Leica M240 habe ich auch das Summicron 35 mm und für eine lebhafte Reportage ist das eine wunderbare Brennweite, vor allem auch bei Hochzeiten.
Für mich sind aber nicht immer die offensichtlichen Dinge wichtig, denn nur wer auch mal links und rechts vom Tellerrand schaut, der kann sich weiterentwickeln.

Für Portraits setze ich das 17 mm ab und an auch gern ein, wobei man schon vorsichtig sein muss um Köpfe nicht zu sehr zu deformieren. Ein richtiger Bildausschnitt sollte Voraussetzung sein.
Für ein reines Porträt ist sicher das neue 1.2/45 mm PRO sicher die erste Wahl.
Ich muss aber öfter auch “Environmental Portraits” schiessen, wo die abgebildete Person im Kontext zu einem Raum steht. Ein Architekt zu seinem Haus, ein Interieurdesigner in seinem frisch gestalteten Wohnobjekt, oder ein Arzt in seiner Praxis. Auch dazu nehme ich gern das 17 mm.
Leider war in der Kürze der Zeit kein Architekt für einen Test aus dem Hut zu zaubern, so half meine wundervolle Nachbarin Josi kurz aus.

Für mich als Architekturfotograf war es wichtig zu sehen, wie und ob ich diese Linse auch für meine Arbeit einsetzen kann.
Normalerweise tendiere ich ja eher zu einem 12 mm (am Besten ein 24 mm Tilt/Shift Vollformat) für Interieueraufnahmen.
Um aber schöne Details herauszuarbeiten und um einen dem menschlichen Auge angemessenen realistischen Blickwinkel wiederzugeben, darf es gern auch schon etwas enger sein.
Natürlich schränkt einen manchmal das Fehlen der Schiftmöglichkeit bei der Perspektivauswahl ein, aber für diesen Test hier, konnte ich mich sehr gut damit arrangieren.

Aber seht selbst:

Ich bin erstaunt, welche Abbildungsleistung das 1.2/17 mm PRO von Olympus hat und auch die verzeichnungsfreie Abbildung, welche in der Architektur immens wichtig ist, beherrscht die Linse großartig.
Sicherlich wird auch Olympus erstaunt sein, wozu man ihre Optiken alles einsetzen kann, denn geworben wird häufig mit allen offensichtlichen Dingen und Motivwelten, aber ich bin der Meinung, dass dieses Objektiv auf alle Fälle einen Platz im Architekturfotografen Täschchen verdient hat – vorausgesetzt, man hat genügend Raum und Abstand zum gewünschten Motiv.

Fazit

Wieder einmal eine phantastische Erweiterung der PRO Serie von Olympus.
Definitiv ein tolles Upgrade zum schon starken 17 mm mit f1.8.

Danke an dieser Stelle auch an Olympus Europa für die Bereitstellung.

Olympus OM-D E-M1 Mark 2 mit Zuiko 1.2/17mm PRO